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Motto 2016

Das Motto des CSD Darmstadt 2016 lautet: „Liebe, Sex und Widerstand!“ Was es damit auf sich hat? Lest selbst!

Liebe.

Liebe hat viele Formen! Es gibt keine „besseren“ oder „richtigeren“ Beziehungs- und Familienmodelle. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene leben in Ein-Eltern-Familien, Patchworkfamilien oder Regenbogenfamilien.
Wer das nicht akzeptiert, ist realitätsfern und ignorant. Die Anerkennung und Förderung verschiedener Familienmodelle ist längst überfällig. Die Vielfalt von Lebensentwürfen muss in die Bildungspläne aller Kindergärten und Schulen.
Zur Anerkennung gehört auch die rechtliche Gleichstellung: Lesben und Schwule müssen endlich heiraten und Kinder adoptieren dürfen. Alles andere bedeutet eine Abwertung und Diskriminierung von Menschen, ihren Familien und Beziehungen.

Sex.

Sex ist viel mehr als Fortpflanzung! Sex gehört für viele Menschen zu einem glücklichen Leben und existiert unabhängig von Liebe.
Die sexuelle Selbstbestimmung ist zu schützen und zu achten. Jeder Mensch weiß selbst am besten, wen er begehrt und kann entscheiden, wie die eigene Sexualität gelebt wird, solange dabei die Selbstbestimmung anderer nicht eingeschränkt wird. Niemand braucht Moralwächter_innen, die Sexualität nur innerhalb der Ehe akzeptieren. Wir brauchen aufgeklärte und selbstbewusste Jugendliche und Erwachsene, die ihr Leben und Intimleben nach eigenen Bedürfnissen gestalten und dabei die Bedürfnisse und Grenzen anderer achten.
Zur sexuellen Identität eines Menschen gehört auch der eigene Körper. Niemand weiß besser, welches Geschlecht eine Person hat, als sie selbst. Die sexuelle Selbstbestimmung gilt auch für das Geschlecht. Wir brauchen kein verordnetes Geschlecht, sondern Wege, die die Selbstdefinition insbesondere von Trans* und Inter* sicherstellen.

Widerstand.

Man kann versuchen den Menschen mit veralteten und starren Vorstellungen Vorschriften zu machen, wie sie ihr Liebes-, Beziehungs-, Familien- und Sexualleben zu gestalten haben.
Wir setzen uns jedoch für eine vielfältige und moderne Welt ein, die den Menschen ein freies und glückliches Leben nach ihren Bedürfnissen ermöglicht.
Deshalb leisten wir Widerstand gegen diejenigen, die Hass gegen Minderheiten fordern und fördern. Wir stellen uns gegen religiöse und völkische Vorstellungen, die uns vorschreiben wollen, was eine echte Familie ist. Und wir lehnen es ab, wenn Heterosexualität als wünschenswerter oder gesünder erklärt wird als Homo- oder Bisexualität.
Wir fordern Respekt und Anerkennung für Inter* und Trans* statt falschem Mitleid und Heilungsversuchen. Wir stellen uns denjenigen in den Weg, die die Zeit zurückdrehen wollen oder von einer Welt träumen, in der es ausschließlich heterosexuelle Männer und Frauen gibt, die in ihren traditionellen Familienmodellen brav ihre Rollenbilder ausfüllen.

Unsere Gesellschaft hat Platz für viele verschiedene Möglichkeiten, das Leben zu leben.

Mehr Liebe! Mehr Sex! Mehr Widerstand!