
Aufruf, Haltung und Einladung, all das ist das Motto des CSD Darmstadt 2026 zugleich: “Zeig dich. Für uns alle.” ist ein politisches Statement und ein solidarischer Aufruf in einem.
Die queere Community steht unter wachsendem Druck: Gewaltsame Übergriffe und öffentliche Anfeindungen nehmen zu, rechtsextreme Parteien bestimmen den Diskurs, politische Errungenschaften werden in Frage gestellt, Sichtbarkeit wird wieder zum Risiko.
In diesem Klima ist Sichtbarkeit kein Selbstzweck. Sie ist Haltung. Sie ist Widerstand.
“Zeig dich.” knüpft dabei bewusst an das Motto des Vorjahres an: Nach “Nie wieder still!” kommt der nächste Schritt. Laut sein war erst der Anfang, jetzt geht es um Sichtbarkeit.
“Für uns alle” macht unser Motto zum solidarischen Akt. Wer auf die Straße geht, geht nicht nur für sich, sondern für alle, die es nicht können. Für die queeren Jugendlichen, die noch nicht geoutet sind. Für die Personen ohne CSD in ihrer Stadt. Für alle, die Sichtbarkeit nicht riskieren können. Jeder Mensch, der sich zeigt, macht unsere Community sichtbarer, stärker, unübersehbarer.
“Zeig dich. Für uns alle.” ist nicht nur eine Aufforderung. Es ist eine Einladung und ein Versprechen: Du wirst gebraucht! Du fehlst uns, wenn du nicht dabei bist! Gemeinsam sind wir viele.
Wir laden alle Menschen ein, dieses Motto mit uns zu tragen. Als Zeichen, dass Sichtbarkeit nicht nur eine queere Forderung ist, sondern eine gesellschaftliche.
Die Kernforderungen, für die wir in diesem Jahr demonstrieren, lauten:
- Grundgesetzlicher Schutz: Artikel 3 muss um die sexuelle Orientierung & geschlechtliche Identität ergänzt werden.
- Sichere Räume: Beratungsstellen brauchen langfristige Finanzierung.
- Rainbow Refugees: Keine Kürzungen, keine Ausreden.
- Sicherheit: Konsequentes und effektives Vorgehen gegen Hass & Hetze, auch im Internet.
- Familie: Die versprochene “Verantwortungsgemeinschaft” soll endlich alle Regenbogenfamilienmodelle rechtlich schützen.
- Gesundheit: Unterstützung von AIDS-Hilfen und Ausbau der queeren Gesundheitsversorgung (bspw. PrEP oder hormonärztliche Versorgung).
- Trans Personen: Berufliche Freistellung für Transitionsmaßnahmen, ausreichend geschulte Psychotherapeut*innen und Kostenübernahmen auch für nichtbinäre Menschen.
- Für den ländlichen Raum: Queere Jugendliche vor und bei dem Coming-out unterstützen.
- Für Darmstadt: Finanzierung des Queeren Zentrums sicherstellen und bedarfsgerecht ausbauen.
- Für Hessen: LSBT*IQ-Netzwerkstellen nachhaltig stärken.