CSD Allgemein

139. Treffbunt – Kreuz und queer durch Darmstadt am 15.08. um 19 Uhr im Herrngarten

Montage sind in der Regel unbeliebt, es sei denn es ist der berühmt-beliebte Treffbunt-Montag. Ganz aus dem Häuschen sind die Menschen allerdings, wenn es der Treffbunt-Montag im August ist, denn dann ist dies meist das Startsignal zur CSD-Aktionswoche in Darmstadt, deren Höhepunkt auch dieses Jahr der CSD Darmstadt am 20. August 2022 darstellt.
Wir laden euch und eure Lieben daher voller Vorfreude zum 139. Treffbunt ein, dem Startschuss zur CSD-Aktionswoche 2022. Wir möchten mit euch am 15.08.2022, ab 19 Uhr, im Herrngarten Darmstadt picknicken, quatschen, singen, spielen und vor allem Spaß haben und vor allem viele neue Leute kennenlernen.

Den genauen Ort im Herrngarten geben wir kurz vorher bekannt, sind aber natürlich vor allem durch eine Menge Regenbogenfahnen erkennbar. Wer hat, schnappt sich eine Decke, eine gut gefüllte Kühltasche und den oder die Lieblingsmenschen und gesellt sich zu uns. Wer ganz ohne kommt, ist natürlich auch willkommen, wir haben immer mehr als benötigt…

Und nehmt bitte euren Müll auch wieder mit, denn auch wir mögen ein buntes und lebenswertes Darmstadt 😉

Auf der Bühne: Pasta Parisa!

Pasta Parisa ist die wohl rockigste, feministischste und behaarteste Drag Queen Münchens. Von den kleinen eigenen Shows zu internationalen Bühnen verzaubert die Show-Nudel mit Hits der Pop-Culture, bis hin zu moderner Burlesque. Und der gewisse Charme geht dabei selten verloren. Es ist klar, dass Münchens erste offizielle Queen of the Night nicht beim CSD Darmstadt 2022 fehlen darf! Who run the World? – Queens! 

Auf der Bühne: Mimose!

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„Die Texte von Mimose drehen sich um das eigene Gedankenkarussell und um das im Moment Sein. Wie es ist, wenn die Antennen auf Dauerempfang stehen, man sich selbst verliert und wiederfindet. Dabei verpackt sie Harmonische Ambivalenzen in vielschichtig arrangierten Popsongs.“

Den Entschluss, ihre Gedankenwelt in Melodien auszudrücken, traf die Musikerin im Jahr 2018. Seitdem produziert und arrangiert sie in Eigenregie ihre Songs mit deutschen Lyrics. Dabei wendet sie sich Gefühlen wie Zweifeln, Ängsten und ihrer eigenen Verletzlichkeit zu, zelebriert diese als Momentaufnahme der eigenen Authentizität. Live wird die Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin seit 2020 durch ihre Band unterstützt.

Zeigt eure Fahnen!

Zeigt Eure Solidarität für queere Menschen! Hisst am 11. bis 21. August 2022 im Vorfeld des Christopher Street Days Darmstadt eine Regenbogenflagge und schickt uns ein Bild davon! Bekennt Farbe für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft!

Darmstadt ist eine lebendige und vielfältige Stadt. Viele Kulturen, viele Nationalitäten, viele Lebensentwürfe leben hier zusammen. Für Darmstadt ist diese Vielfalt ein Gewinn. Und für die Menschen in dieser Stadt ist die Vielfalt eine Bereicherung und eine Sicherheit: Man kann hier unterschiedlich sein. Aber gerade eine vielfältige Gesellschaft muss sensibel bleiben für ihre Minderheiten. Gesellschaftliche Minderheiten müssen anerkannt, geschützt und gefördert werden. Dann wird Vielfalt zur Chance und niemand muss sich verstecken oder Angst haben.

Dies gilt auch immer noch für lesbische, homosexuelle und bisexuelle sowie für trans* und inter Menschen. Für queere Menschen bleiben die Anerkennung der eigenen Identität und das Coming-Out eine Hürde, solange die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität ein Grund für Abwertung und Diskriminierung ist. 

Jährlich machen wir deshalb auf den Weg aufmerksam, der noch vor uns liegt hin zu einer Gesellschaft ohne Diskriminierung. Und wir treten öffentlich, laut und sichtbar für dieses Ziel ein. Unser Zeichen für unseren Einsatz ist die Regenbogenfahne. Sie steht für die Solidarität mit sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten.

CSD Helfer*innen gesucht!

Liebe Menschen,
am 20.08.2022 feiern wir wieder unseren CSD!
Es wird wieder eine Demo-Parade geben und einen Festplatz mit Bühne: Tolle Bands, Polit-Talks und natürlich auch unsere legendäre Drag-Queen-Show!
Wir sind alle super aufgeregt und freuen uns.

Deshalb sind wir auf eure Hilfe angewiesen und suchen wieder eine große Zahl an freiwilligen Helfenden, die Schichten übernehmen und mithelfen, diesen Tag zu einem besonders schönen werden zu lassen! Meldet euch unter diesem Link an und seid sicher, es ist immer ein tolles Team und macht viel Spaß!

Zur Anmeldung für Helfer*innen

Motto CSD 2022

Ich hab immer noch nix gegen die, aber… FUCK YOU!

Vor acht Jahren sind wir mit dem Motto “Ich hab nichts gegen die, aber…” auf die Straße gegangen und haben gezeigt, dass Diskriminierung und Queerfeindlichkeit ein Problem sind. Seitdem haben wir einiges erreicht. Wir müssen aber feststellen, dass queere Menschen immer noch auf vielfältige Arten diskriminiert und angegriffen werden, auf der Straße, in der Schule und in der eigenen Familie. Und oft hat das immer noch keine Konsequenzen.

Diskriminierung hat viele Facetten

Queere Menschen, die beispielsweise lesbisch, schwul, bi, trans*, nicht-binär oder inter sind, erleben im Alltag weiter Diskriminierung und Gewalt. Die Äußerung von hasserfüllten Gedanken ist in Teilen der Bevölkerung weiter gesellschaftsfähig. Besonders im digitalen Raum sind Queerfeindlichkeit und hasserfüllte Inhalte weit verbreitet und sorgen für Diskriminierung und Abwertung. Diese Inhalte werden zu selten strafrechtlich verfolgt oder gelöscht. 

Verrohte Sprache führt zu Gewalt im realen Leben

Dass aus Worten auch Taten werden, sehen wir an der besorgniserregend schnell steigenden Zahl von Übergriffen gegenüber unserer Community. Queere Menschen werden aufgrund ihrer Identität verprügelt und Regenbogenflaggen angezündet, wie in diesem Jahr am Rand des CSD Karlsruhe geschehen. Auch in Darmstadt bleibt die queere Community davon nicht verschont – erst jüngst gab es auch hier mehrere queerfeindliche Übergriffe.

Die Dunkelziffer solcher Taten liegt deutlich höher, denn die Hemmschwelle, solche Übergriffe zu melden, ist weiterhin hoch. Entweder, weil eine Ermittlung in vielen Fällen zu keinem befriedigenden Ergebnis führt, oder, weil bereits bei der Erstattung einer Anzeige nicht genug Sensibilität gezeigt wird.

Wir müssen selbst dafür einstehen, dass die Diskriminierung von queeren Menschen auf allen Ebenen abgebaut wird.

Wir müssen auch auf uns selbst schauen

Nach außen können wir dies nur dann stark fordern, wenn wir als queere Community eng beieinander stehen. Es braucht gemeinsame Unterstützung, um queerfeindliche Erfahrungen zu bewältigen. Dazu muss sich die queere Community besser gegenseitig zuhören und miteinander vernetzen.

Für die verschiedenen Formen von Diskriminierung gegen queere Menschen muss ein Bewusstsein geschaffen werden. Diskriminierung kann nur dann entschieden widersprochen werden, wenn sie erkannt wird. Symptome wie Rassismus, Sexismus, Bodyshaming, Bottomshaming oder Trans*feindlichkeit kommen auch innerhalb der queeren Community vor. Dem müssen wir jederzeit und überall entgegentreten! Nur durch diese Art von Zusammenhalt lassen sich Schutzräume innerhalb der queeren Community sichern.

“Ich hab immer noch nix gegen die, aber…”

…ist dieses Jahr unser Motto. Wir greifen damit das Thema von 2014 noch einmal auf, weil es leider immer noch aktuell ist und es immer noch viel zu tun gibt..

Wir fordern:

  • Dass die Gesetzgebung die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Diskriminierung durch eine Anpassung von Artikel 3 des Grundgesetzes klarer gestaltet. Die Koalition muss ihr Versprechen einhalten, explizit den Schutz gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung in den Gleichbehandlungsartikel unserer Verfassung aufzunehmen. Wir fordern, dass dies für einen verbesserten Schutz von trans* und inter* Personen ebenfalls mit der geschlechtlichen Identität geschieht.
  • Eine erhöhte Sensibilisierung von Polizei, Staatsanwaltschaften, Bildungsinstitutionen und anderen Einrichtungen in Bezug auf Queerfeindlichkeit, damit diese angemessen auf Vorfälle reagieren können.
  • Dass auch Hessen queerfeindliche Straftaten gesondert in der Kriminalstatistik ausweist, damit das Ausmaß von Gewalt gegen queere Personen deutlich wird.
  • Opferschutz und Gewaltprävention, beispielsweise in Form von Schulaufklärung und Queer-Beauftragten bei Institutionen.

Unsere Gesellschaft hat Raum für viele Formen des Lebens. Vielfalt ist eine Bereicherung, keine Einschränkung! Wer uns angreift, greift die Vielfalt in unserer Gesellschaft an. Dagegen stehen wir weiter eng zusammen und dagegen kämpfen wir!