CSD Darmstadt 2025 setzt starkes Zeichen: Nie wieder still – ich l(i)eb’, wie ich will! 7.000 demonstrieren für Vielfalt, Selbstbestimmung und grundgesetzlichen Schutz

Darmstadt, 16. August 2025. Laut, sichtbar und entschlossen: Unter dem Motto “Nie wieder still – ich l(i)eb’, wie ich will!” ist der Christopher Street Day (CSD) Darmstadt 2025 erfolgreich über die Bühne gegangen. Ab 12:00 Uhr startete auf dem Karolinenplatz die politische Auftaktkundgebung, im Anschluss legte die Demonstration eine Strecke von 3,3 Kilometer durch die Innenstadt zurück. Ab 15:00 Uhr wurde das Bühnenprogramm auf dem Karolinenplatz eröffnet. Der Tag endet mit der offiziellen CSD-Aftershowparty in der Centralstation.

Bild: Falk Fleischer

„‘Nie wieder still – ich l(i)eb’, wie ich will!’ ist für uns Versprechen und Forderung zugleich: Wir verteidigen unsere Errungenschaften und machen sichtbar, was queeres Leben braucht. Sicherheit, Räume, Rechte und Respekt“, sagt Christopher Januschkowetz, Leitung des CSD Darmstadt. „Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, Initiativen, Künstler*innen, Sponsor*innen, den Einsatz- und Sanitätsdiensten sowie den vielen Menschen, die heute Haltung gezeigt haben. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sie ist Voraussetzung für Sicherheit, Teilhabe und gleiche Rechte.“

Bild: Falk Fleischer

„CSD ist mehr als ein Fest: Er ist ein politischer Auftrag“, betont Jan Bambach, 1. Vorsitzender von vielbunt e.V. „Wir fordern den grundgesetzlichen Schutz queerer Menschen durch die Ergänzung von Artikel 3 Absatz 3, nachhaltige und verlässliche Finanzierung sicherer Räume und Beratungsangebote – in Darmstadt, in Hessen und bundesweit – sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Hass und Hetze. Konkret brauchen wir in Darmstadt eine gesicherte Finanzierung unseres Queeren Zentrums; auf Landesebene stabile Mittel für LSBT*IQ-Netzwerkstellen, die AIDS-Hilfen und das Rainbow-Refugees-Programm.“

POLITISCHE BILANZ UND FORDERUNGEN:

  • Grundgesetzlicher Schutz: Ergänzung des Art. 3 Abs. 3 um sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität.
  • Sichere Räume und Beratung: Nachhaltige Finanzierung des Queeren Zentrums Darmstadt sowie verlässliche Strukturen für LSBT*IQ-Netzwerkstellen, AIDS-Hilfen und Rainbow-Refugees-Programme in Hessen.
  • Konsequentes Vorgehen gegen Hass und Hetze: Effektive Strategien und klare Zuständigkeiten auf der Straße, im Netz und in den Parlamenten.
  • Intersektionale Verantwortung
  • Die moderne queere Befreiungsbewegung steht auf den Schultern vieler. Besonders von Schwarzen, Indigenen und People of Color. Marginalisierte Personen, darunter trans Frauen of Color, haben mit Mut und Widerstand, etwa in Stonewall, den Weg geebnet. Diese Geschichte verpflichtet: Ein intersektionaler Ansatz macht unseren Einsatz wirksamer, unsere Solidarität tiefer und unsere Community widerstandsfähiger.
Bild: Falk Fleischer

ZAHLEN:

Teilnehmende an der Demonstration: 7.000 laut Polizeiangaben

Beteiligte Gruppen/Initiativen/Stände: 28

RÜCKBLICK AUF DEN TAG & WEITERE GEPLANTE PROGRAMMPUNKTE:

  • Politische Auftaktkundgebung mit Schirmherr Oberbürgermeister Hanno Benz.
    • “Wenn die Straftaten im Zusammenhang mit Queerfeindlichkeit seit 2010 sich verzehnfacht haben, dann ist es umso wichtiger, ein gemeinsames Zeichen zu setzen, Haltung zu zeigen und zu sagen: […] Wir hier in Darmstadt stehen zusammen.”
  • Grußwort der hessischen Staatsministerin Heike Hofmann.
    • “Der Pride an diesem zentralen Ort ist in Darmstadt auch eine Einladung an diese Stadt. An alle Neugierigen. An alle Allies. An alle, die wissen und erfahren wollen, welche Kraft in Vielfalt steckt!”
  • Zwei Podiumsdiskussionen: Landespolitik zu queerpolitischen Forderungen; Blick auf die Kommunalwahlen mit lokalen Politiker*innen.
    • Podiumsdiskussion zur Landespolitik mit Chardonnay von Tain als Moderation, MdL Andreas Ewald für die Grünen, MdL Peter Franz für die CDU, Viola Gebek für die FDP, MdL Bijan Kaffenberger für die SPD, Marcel Voges (Organisator des CSD Berlin) für die Community, Suse Umscheid für die Community.
    • Podiumsdiskussion zur Kommunalpolitik mit Chardonnay von Tain als Moderation, Leif Blum für die FDP, Philipp Wagner für die Grünen, Benedikt Freitag für die SPD, Frederik Jobst für Volt, Wolfgang Martin für Uffbasse, MdL Peter Franz für die CDU, Maria Stockhaus für die Linke, John Kortt für Die Partei.
  • Bühnenprogramm mit RawCat, Aron Pinter, Miss BunPun, Leo Yamane, Ariana Harmony, Dahlia Danger, Ember Remember, Kitty Bambule, Chardonnay von Tain, Lex Ferrari, Miss Anna Stood und Koko von der Line.
  • Offizielle Aftershowparty in der Centralstation mit DJane Käry, Leo Yamane, Emma McLellan und DJane Katrinity auf zwei Floors.